Eine Behandlung ist für mich wie ein gemeinsamer Spaziergang.
Am Anfang wissen wir vielleicht noch nicht genau, wohin der Weg führt. Wir beginnen mit einem Gespräch. Ich möchte Ihre Geschichte kennenlernen, verstehen ,was Sie beschäftigt und wahrnehmen, was Ihr Körper erzählt.
Anschließend machen wir uns mit den Händen auf die Suche.
Dabei interessiert mich nicht nur, wo es weh tut oder was nicht funktioniert. Mein Blick richtet sich ebenso auf das, was gesund ist , was sich gut bewegt, wo Lebendigkeit vorhanden ist und welche Ressourcen der Körper zur Verfügung hat.
Türen aufstoßen
Manchmal begegnen uns auf diesem Weg verschlossene Türen.
Das können Spannungen, eingeschränkte Beweglichkeit oder andere körperliche Muster sein, die den Körper in seinen Möglichkeiten begrenzen.
Ich verstehe meine Aufgabe darin, diese Türen wahrzunehmen und – wenn es sinnvoll ist – einen Impuls zu geben, der sie öffnen kann.
Ich möchte den Körper nicht zwingen, durch eine bestimmte Tür zu gehen.
Vielmehr möchte ich ihm neue Möglichkeiten eröffnen, damit er selbst entscheiden kann, welchen Weg er nehmen möchte.
Der Körper kennt seinen Weg
Für mich besitzt jeder Mensch eine eigene Fähigkeit zur Anpassung und Selbstregulation.
Diese Fähigkeit muss nicht von außen „gemacht“ werden. Sie ist bereits vorhanden.
Manchmal braucht sie lediglich Raum.
Manchmal braucht es einen Impuls.
Und manchmal braucht es vor allem Zeit und Aufmerksamkeit.
Deshalb verstehe ich eine osteopathische Behandlung nicht als „Reparieren“ des Körpers. Ich möchte vielmehr Bedingungen schaffen, unter denen der Körper seine eigenen Regulationsmöglichkeiten wieder besser nutzen kann.
Begleiten statt bestimmen
Ich sehe mich dabei als Begleiter auf diesem Spaziergang.
Ich höre zu.
Ich nehme wahr.
Ich gebe Impuls.
Ich öffne Möglichkeiten.
Aber den Weg geht der Körper selbst.
Ich möchte nicht bestimmen, wohin Ihr Körper gehen soll. Ich möchte ihm Türen aufstoßen, damit er seinen eigenen Weg zur Regulation finden kann.
Vielleicht führt dieser Weg zu einer Veränderung, vielleicht zu einer neuen Wahrnehmung des eigenen Körpers, vielleicht zu mehr Raum und Beweglichkeit.
Jede Behandlung ist individuell, weil jeder Mensch seinen eigenen Weg mitbringt.
Osteopathie bedeutet für mich: gemeinsam aufbrechen, Gesundheit suchen, Türen öffnen-und dem Körper vertrauen, dass er seinen eigenen Weg findet.